CORIS MittelfrankenPlus umfasst die kreisfreien Städte und die Landkreise des Regierungsbezirks Mittelfranken sowie zwei angrenzende Landkreise. Enthalten sind die kreisfreien Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und Ansbach, die Landkreise Nürnberger Land, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Weißenburg-Gunzenhausen und Roth sowie Forchheim (Oberfranken) und Neumarkt (Oberpfalz).
Siedlungsstrukturell ist die Region durchaus heterogen. Neben dem Agglomerationsraum mit den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und ihren Umlandkreisen, sind auch die relativ großen und dünn besiedelten Kreise Westmittelfrankens enthalten, die siedlungstrukturell dem ländlichen Raum zugeordnet werden.
Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die Untersuchungsregion wirtschaftlich und kulturell relativ stark verbunden ist. Dies drückt sich in den starken Pendlerverflechtungen zwischen Städten und Kreisen aus, aber auch in der Verteilung der Produktionsstätten wichtiger Arbeitgeber in der Region oder im Doppelstandort der Universität Erlangen-Nürnberg. Abgebildet wird damit eine Region, die in Bayern neben dem Ballungsraum München das zweite große Zentrum ist und hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft auch national eine herausgehobene Rolle spielt. Einen Beleg für diesen Stellenwert der Region bietet ihre Aufnahme in den Kreis der Europäischen Metropolregionen im Jahr 2005. Die Metropolregion umfasst allerdings noch einige weitere Kreise und Städte im Norden und Osten der bisher in CORIS MittelfrankenPlus abgedeckten Region.
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahr 2006 hatte die Region MittelfrankenPlus 1.950.000 Einwohner (Regierungsbezirk Mittelfranken 1.711.600, Neumarkt 128.500, Forchheim 113.400). Nürnberg stellte mit ca. 500.000 Einwohnern den mit Abstand größten Anteil an der Bevölkerung in der Region. Der Anteil der Region an der Bevölkerung Bayerns lag bei 15,6 Prozent.
Seit 1999 verzeichnet die Region bei der Bevölkerungsentwicklung ein Plus von 1,8 Prozent. Die Einwohnerzahl wuchs in allen Städten und fast allen Kreisen der Region. Vor allem in den Städten nahm die Einwohnerzahl deutlich zu. Unter den Landkreisen wiesen vor allem Neumarkt und Erlangen-Höchstadt ein starkes Wachstum auf. Insgesamt zeigt diese Entwicklung, dass der vor allem durch die Suburbanisierung verursachte Trend rückläufiger Bevölkerungszahlen in den Städten zugunsten der umliegenden Kreise in den letzten Jahren unterbrochen wurde.
Nach einer Vorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung wird sich die positive Bevölkerungsentwicklung in der Region auch in Zukunft fortsetzen. Bis 2024 soll z. B. die Einwohnerzahl Mittelfrankens im Vergleich mit dem Jahr 2004 um 2,4 Prozent ansteigen. Insbesondere für die beiden Städte Nürnberg und Fürth errechnet sich ein deutliches Plus ( 3,3 bzw. 7,3 Prozent). Ein starker Bevölkerungsrückgang wird innerhalb der Region nur für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erwartet.
Beschäftigungsentwicklung
In der Region waren Mitte 2007 knapp 707.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten (262.700) arbeitete in Nürnberg. Mit einigem Abstand folgt Erlangen, wo 76.300 Menschen ihren Arbeitsplatz hatten.
Vergleicht man die aktuellen Beschäftigtenzahlen mit dem Jahr 1999 zeigt sich insgesamt eine günstige Beschäftigungsentwicklung mit einem Plus von 2,9 Prozent. Allerdings verlief diese Entwicklung innerhalb der Region unterschiedlich. Einerseits verzeichneten die meisten Städte und Kreise einen starken Beschäftigungszuwachs, z. B. der Landkreis Erlangen-Höchstadt um 18,8 Prozent und die Stadt Ansbach um 11,5 Prozent. Andererseits gab es in manchen Städten und Landkreisen einen deutlichen Beschäftigungsrückgang, z. B. in Schwabach (-5,2 Prozent) und im Landkreis Fürth (-6,9 Prozent).
Einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung haben die beiden letzten Jahre, in denen sich die Beschäftigung - getragen von der positiven Konjunkturentwicklung - vergleichsweise günstig entwickelte. So lag die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Region 2007 um 3,3 Prozent über der Zahl des Jahres 2005.
Die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten
Hinsichtlich des Qualifikationsniveaus stellen Arbeitskräfte mit einer abgeschlossenen betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung mit ca. zwei Dritteln aller Arbeitskräfte den weitaus größten Anteil. Auffällig ist, dass in der Region der Anteil der Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit 18,0 Prozent deutlich über ihrem Anteil in Bayern (16,7) und Westdeutschland (16,3) liegt (in diesen Zahlen sind auch Auszubildende enthalten). Insbesondere gilt dies für die westmittelfränkischen Landkreise Ansbach (21,9 Prozent) und Weißenburg-Gunzenhausen (22,6 Prozent). Dort gibt es offensichtlich noch vergleichsweise viele Beschäftigungsmöglichkeiten für diesen Personenkreis, der generell von einem deutlich höheren Arbeitslosigkeitsrisiko betroffen ist, als Personen mit Berufs- oder Hochschulabschluss. Allerdings ist auch der Anteil der Akademiker im Untersuchungsraum leicht überdurchschnittlich. Verantwortlich hierfür sind die beiden Städte Nürnberg und Erlangen in denen 12,1 bzw. 24,6 Prozent der Beschäftigten über einen Hochschulabschluss verfügen. Der Wert Erlangens zählt zu den höchsten in ganz Deutschland. Die Universität und Siemens spielen hier als Ausbildungsstätte, Arbeitgeber und „Nährboden“ für die Entstehung von Unternehmen mit hochqualifziertem Personal eine entscheidende Rolle. Eher ungewöhnlich ist, dass auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss überdurchschnittlich ist. Hier spiegelt sich die Bedeutung der großen Unternehmen INA-Schaeffler, adidas, Puma oder auch Schwan-Stabilo wider.
Betriebsgrößenstruktur
Betrachtet man die Betriebsgrößenstruktur in der Region zeigen sich vertraute Strukturen. Etwa 90 Prozent der Betriebe haben zwischen einem und 19 Beschäftigten, stellen damit aber „nur“ etwas mehr als 30 Prozent der Beschäftigten insgesamt. Knapp 10 Prozent der Betriebe beschäftigten zwischen 20 und 499 Menschen, aber gleichzeitig 50 Prozent aller Beschäftigten. Lediglich in ca. 0,3 Prozent der Betriebe arbeiten mehr als 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, wobei auf diese Betriebe immerhin 18 Prozent der Beschäftigten entfallen. Die grobe Struktur entspricht damit den Vergleichszahlen für Westdeutschland oder Bayern, allerdings sind etwas mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in kleinen Betrieben und etwas weniger in Großbetrieben beschäftigt. Zwar sind natürlich die Kernstädte Nürnberg, Fürth sowie vor allem Erlangen, aber auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt, von Großbetrieben geprägt, doch liegen gleichzeitig einige Landkreise, z. B. Fürth, Forchheim und Roth, bei der Zahl der Beschäftigten so deutlich über dem Durchschnitt, dass sich daraus die etwas abweichende Verteilung der Beschäftigten in der Region ergibt.
Arbeitslosigkeit
Im Jahresdurchschnitt 2007 waren in der Region 64.500 Arbeitslose registriert. Wie überall in Deutschland ging die Arbeitslosigkeit in den beiden letzten Jahren deutlich zurück, nachdem sie in Folge der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung seit dem Jahr 2001 stark gestiegen war und mit der Einführung des SGB II im Jahr 2005 einen weiteren Schub erfahren hatte, da sich viele Menschen arbeitslos melden mussten, um die ihnen zustehenden Leistungen wie Arbeitslosengeld II empfangen zu können.
Die Arbeitslosenquote war in den beiden Städten Nürnberg und Fürth am höchsten. Hier finden sich auch die höchsten Anteile von Arbeitslosen, die in den Bereich des SGB II fallen und z. B. relativ schlechte qualifikatorische Voraussetzungen mitbringen, die eine Integration in den Arbeitsmarkt erschweren. Die Stadt Erlangen und einige Landkreise der Region weisen dagegen eine auch im nationalen Vergleich niedrige Arbeitslosenquote auf, z. B. Erlangen-Höchstadt.
Entwicklung der Wirtschaftsstruktur - Cluster- und Netzwerkansätze
Die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch des Arbeitsmarkts wurde in der Untersuchungsregion stark durch den wirtschaftlichen Strukturwandel geprägt. Die Bedeutungsverschiebung vom Produzierenden Gewerbe zum Dienstleistungsbereich führte zumindest in Teilen der Region zu schmerzhaften Anpassungsprozessen mit erheblichen Arbeitsplatzverlusten. Traditionelle, in der Region stark vertretene Industriebereiche waren mit ihren Produkten aufgrund von Kostennachteilen und fehlenden Innovationen nicht mehr konkurrenzfähig. Die Entlassung insbesondere von gering qualifizierten Menschen führte zu vergleichsweise hohen Arbeitslosenzahlen.
In den letzten Jahren verbesserte sich die Situation in der Region. Zum einen entstanden neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Unternehmen wie die Datev oder die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) entwickelten sich zu wichtigen Arbeitgebern und Imageträgern für die Region. Zum anderen erlebten Unternehmen wie adidas, Puma, INA-Schaeffler oder einige Siemensbereiche in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung, der sich auch in neuen Arbeitsplätzen niederschlug. Und schließlich leisteten insbesondere die vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Schatten der bekannten Unternehmen einen wichtigen Beitrag, indem sie Beschäftigungsmöglichkeiten schufen, die den nach wie vor immer wieder stattfindenden Arbeitsplatzabbau bei größeren Unternehmen kompensieren.
Cluster und Netzwerke als Möglichkeit, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der Region zu stärken, spielten in der Region vergleichsweise früh eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt aufgrund der geschilderten Krisenerfahrungen bemühten sich regionale Akteure bereits in den 1990er Jahren, wirtschaftliche Kompetenzen und Wachstumsfelder unter Beachtung bereits vorhandener regionaler Potenziale zu definieren. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Erarbeitung des „Entwicklungsleitbilds“ (ELB) für die Region, eine Initiative der mittelfränkischen Regierung, Städte, Kreise, Kammern, Gewerkschaften und Hochschulen, die von der Prognos AG begleitet wurde. Dabei wurde explizit auf den Cluster- und Netzwerkgedanken zurückgegriffen, mit dem Ziel, den Standort durch die Herausarbeitung von so genannten „Kompetenzfeldern“ und deren Organisation in Kompetenzinitiativen national und international zu profilieren. Innerhalb der Kompetenzfelder wurden außerdem Subcluster definiert, die bestimmte Teilbereiche abdecken. Die erste Fassung des ELB wurde 1998 verabschiedet, 2005 wurde das ELB aktualisiert. Gegenwärtig wird ein ELB für die Europäische Metropolregion Nürnberg erarbeitet.
In der letzten Version führt das ELB folgende Kompetenzfelder auf:
- Verkehr und Logistik
- Information und Kommunikation
- Medizin und Gesundheit
- Energie und Umwelt
- Neue Materialien
- Automation und Produktionstechnik
Zusätzlich zu diesen sechs Kompetenzfeldern wurde als Kernkompetenz der Region der Bereich „Innovative Dienstleistungen“ identifiziert. Damit wird auch der Wachstumsbereich der Dienstleistungsunternehmen explizit genannt. An diese fundierte Entwicklungsarbeit der Region knüpft auch CORIS an, wie sich an den im Informationssystem abgebildeten Clustern erkennen lässt.
Im Moment sieht sich die Region der Herausforderung gegenüber, zum einen die Kompetenzfelder für das Gebiet der Metropolregion Nürnberg anzupassen. Und zum anderen, die Chancen zu nutzen, die sich durch die Einbindung in die bayerische Clusterpolitik im Rahmen der „Allianz Bayern Innovativ“ ergeben, ohne die bereits vorhandenen regionalen Strukturen zu vernachlässigen.
CORIS MittelfrankenPlus umfasst die kreisfreien Städte und die Landkreise des Regierungsbezirks Mittelfranken sowie zwei angrenzende Landkreise. Enthalten sind die kreisfreien Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und Ansbach, die Landkreise Nürnberger Land, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Weißenburg-Gunzenhausen und Roth sowie Forchheim (Oberfranken) und Neumarkt (Oberpfalz).
Siedlungsstrukturell ist die Region durchaus heterogen. Neben dem Agglomerationsraum mit den Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und ihren Umlandkreisen, sind auch die relativ großen und dünn besiedelten Kreise Westmittelfrankens enthalten, die siedlungstrukturell dem ländlichen Raum zugeordnet werden.
Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die Untersuchungsregion wirtschaftlich und kulturell relativ stark verbunden ist. Dies drückt sich in den starken Pendlerverflechtungen zwischen Städten und Kreisen aus, aber auch in der Verteilung der Produktionsstätten wichtiger Arbeitgeber in der Region oder im Doppelstandort der Universität Erlangen-Nürnberg. Abgebildet wird damit eine Region, die in Bayern neben dem Ballungsraum München das zweite große Zentrum ist und hinsichtlich ihrer Wirtschaftskraft auch national eine herausgehobene Rolle spielt. Einen Beleg für diesen Stellenwert der Region bietet ihre Aufnahme in den Kreis der Europäischen Metropolregionen im Jahr 2005. Die Metropolregion umfasst allerdings noch einige weitere Kreise und Städte im Norden und Osten der bisher in CORIS MittelfrankenPlus abgedeckten Region.
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahr 2006 hatte die Region MittelfrankenPlus 1.950.000 Einwohner (Regierungsbezirk Mittelfranken 1.711.600, Neumarkt 128.500, Forchheim 113.400). Nürnberg stellte mit ca. 500.000 Einwohnern den mit Abstand größten Anteil an der Bevölkerung in der Region. Der Anteil der Region an der Bevölkerung Bayerns lag bei 15,6 Prozent.
Seit 1999 verzeichnet die Region bei der Bevölkerungsentwicklung ein Plus von 1,8 Prozent. Die Einwohnerzahl wuchs in allen Städten und fast allen Kreisen der Region. Vor allem in den Städten nahm die Einwohnerzahl deutlich zu. Unter den Landkreisen wiesen vor allem Neumarkt und Erlangen-Höchstadt ein starkes Wachstum auf. Insgesamt zeigt diese Entwicklung, dass der vor allem durch die Suburbanisierung verursachte Trend rückläufiger Bevölkerungszahlen in den Städten zugunsten der umliegenden Kreise in den letzten Jahren unterbrochen wurde.
Nach einer Vorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung wird sich die positive Bevölkerungsentwicklung in der Region auch in Zukunft fortsetzen. Bis 2024 soll z. B. die Einwohnerzahl Mittelfrankens im Vergleich mit dem Jahr 2004 um 2,4 Prozent ansteigen. Insbesondere für die beiden Städte Nürnberg und Fürth errechnet sich ein deutliches Plus ( 3,3 bzw. 7,3 Prozent). Ein starker Bevölkerungsrückgang wird innerhalb der Region nur für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erwartet.
Beschäftigungsentwicklung
In der Region waren Mitte 2007 knapp 707.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten (262.700) arbeitete in Nürnberg. Mit einigem Abstand folgt Erlangen, wo 76.300 Menschen ihren Arbeitsplatz hatten.
Vergleicht man die aktuellen Beschäftigtenzahlen mit dem Jahr 1999 zeigt sich insgesamt eine günstige Beschäftigungsentwicklung mit einem Plus von 2,9 Prozent. Allerdings verlief diese Entwicklung innerhalb der Region unterschiedlich. Einerseits verzeichneten die meisten Städte und Kreise einen starken Beschäftigungszuwachs, z. B. der Landkreis Erlangen-Höchstadt um 18,8 Prozent und die Stadt Ansbach um 11,5 Prozent. Andererseits gab es in manchen Städten und Landkreisen einen deutlichen Beschäftigungsrückgang, z. B. in Schwabach (-5,2 Prozent) und im Landkreis Fürth (-6,9 Prozent).
Einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung haben die beiden letzten Jahre, in denen sich die Beschäftigung - getragen von der positiven Konjunkturentwicklung - vergleichsweise günstig entwickelte. So lag die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Region 2007 um 3,3 Prozent über der Zahl des Jahres 2005.
Die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten
Hinsichtlich des Qualifikationsniveaus stellen Arbeitskräfte mit einer abgeschlossenen betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung mit ca. zwei Dritteln aller Arbeitskräfte den weitaus größten Anteil. Auffällig ist, dass in der Region der Anteil der Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit 18,0 Prozent deutlich über ihrem Anteil in Bayern (16,7) und Westdeutschland (16,3) liegt (in diesen Zahlen sind auch Auszubildende enthalten). Insbesondere gilt dies für die westmittelfränkischen Landkreise Ansbach (21,9 Prozent) und Weißenburg-Gunzenhausen (22,6 Prozent). Dort gibt es offensichtlich noch vergleichsweise viele Beschäftigungsmöglichkeiten für diesen Personenkreis, der generell von einem deutlich höheren Arbeitslosigkeitsrisiko betroffen ist, als Personen mit Berufs- oder Hochschulabschluss. Allerdings ist auch der Anteil der Akademiker im Untersuchungsraum leicht überdurchschnittlich. Verantwortlich hierfür sind die beiden Städte Nürnberg und Erlangen in denen 12,1 bzw. 24,6 Prozent der Beschäftigten über einen Hochschulabschluss verfügen. Der Wert Erlangens zählt zu den höchsten in ganz Deutschland. Die Universität und Siemens spielen hier als Ausbildungsstätte, Arbeitgeber und „Nährboden“ für die Entstehung von Unternehmen mit hochqualifziertem Personal eine entscheidende Rolle. Eher ungewöhnlich ist, dass auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss überdurchschnittlich ist. Hier spiegelt sich die Bedeutung der großen Unternehmen INA-Schaeffler, adidas, Puma oder auch Schwan-Stabilo wider.
Betriebsgrößenstruktur
Betrachtet man die Betriebsgrößenstruktur in der Region zeigen sich vertraute Strukturen. Etwa 90 Prozent der Betriebe haben zwischen einem und 19 Beschäftigten, stellen damit aber „nur“ etwas mehr als 30 Prozent der Beschäftigten insgesamt. Knapp 10 Prozent der Betriebe beschäftigten zwischen 20 und 499 Menschen, aber gleichzeitig 50 Prozent aller Beschäftigten. Lediglich in ca. 0,3 Prozent der Betriebe arbeiten mehr als 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, wobei auf diese Betriebe immerhin 18 Prozent der Beschäftigten entfallen. Die grobe Struktur entspricht damit den Vergleichszahlen für Westdeutschland oder Bayern, allerdings sind etwas mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in kleinen Betrieben und etwas weniger in Großbetrieben beschäftigt. Zwar sind natürlich die Kernstädte Nürnberg, Fürth sowie vor allem Erlangen, aber auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt, von Großbetrieben geprägt, doch liegen gleichzeitig einige Landkreise, z. B. Fürth, Forchheim und Roth, bei der Zahl der Beschäftigten so deutlich über dem Durchschnitt, dass sich daraus die etwas abweichende Verteilung der Beschäftigten in der Region ergibt.
Arbeitslosigkeit
Im Jahresdurchschnitt 2007 waren in der Region 64.500 Arbeitslose registriert. Wie überall in Deutschland ging die Arbeitslosigkeit in den beiden letzten Jahren deutlich zurück, nachdem sie in Folge der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung seit dem Jahr 2001 stark gestiegen war und mit der Einführung des SGB II im Jahr 2005 einen weiteren Schub erfahren hatte, da sich viele Menschen arbeitslos melden mussten, um die ihnen zustehenden Leistungen wie Arbeitslosengeld II empfangen zu können.
Die Arbeitslosenquote war in den beiden Städten Nürnberg und Fürth am höchsten. Hier finden sich auch die höchsten Anteile von Arbeitslosen, die in den Bereich des SGB II fallen und z. B. relativ schlechte qualifikatorische Voraussetzungen mitbringen, die eine Integration in den Arbeitsmarkt erschweren. Die Stadt Erlangen und einige Landkreise der Region weisen dagegen eine auch im nationalen Vergleich niedrige Arbeitslosenquote auf, z. B. Erlangen-Höchstadt.
Entwicklung der Wirtschaftsstruktur - Cluster- und Netzwerkansätze
Die Entwicklung der Wirtschaft und damit auch des Arbeitsmarkts wurde in der Untersuchungsregion stark durch den wirtschaftlichen Strukturwandel geprägt. Die Bedeutungsverschiebung vom Produzierenden Gewerbe zum Dienstleistungsbereich führte zumindest in Teilen der Region zu schmerzhaften Anpassungsprozessen mit erheblichen Arbeitsplatzverlusten. Traditionelle, in der Region stark vertretene Industriebereiche waren mit ihren Produkten aufgrund von Kostennachteilen und fehlenden Innovationen nicht mehr konkurrenzfähig. Die Entlassung insbesondere von gering qualifizierten Menschen führte zu vergleichsweise hohen Arbeitslosenzahlen.
In den letzten Jahren verbesserte sich die Situation in der Region. Zum einen entstanden neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Unternehmen wie die Datev oder die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) entwickelten sich zu wichtigen Arbeitgebern und Imageträgern für die Region. Zum anderen erlebten Unternehmen wie adidas, Puma, INA-Schaeffler oder einige Siemensbereiche in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung, der sich auch in neuen Arbeitsplätzen niederschlug. Und schließlich leisteten insbesondere die vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Schatten der bekannten Unternehmen einen wichtigen Beitrag, indem sie Beschäftigungsmöglichkeiten schufen, die den nach wie vor immer wieder stattfindenden Arbeitsplatzabbau bei größeren Unternehmen kompensieren.
Cluster und Netzwerke als Möglichkeit, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der Region zu stärken, spielten in der Region vergleichsweise früh eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt aufgrund der geschilderten Krisenerfahrungen bemühten sich regionale Akteure bereits in den 1990er Jahren, wirtschaftliche Kompetenzen und Wachstumsfelder unter Beachtung bereits vorhandener regionaler Potenziale zu definieren. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Erarbeitung des „Entwicklungsleitbilds“ (ELB) für die Region, eine Initiative der mittelfränkischen Regierung, Städte, Kreise, Kammern, Gewerkschaften und Hochschulen, die von der Prognos AG begleitet wurde. Dabei wurde explizit auf den Cluster- und Netzwerkgedanken zurückgegriffen, mit dem Ziel, den Standort durch die Herausarbeitung von so genannten „Kompetenzfeldern“ und deren Organisation in Kompetenzinitiativen national und international zu profilieren. Innerhalb der Kompetenzfelder wurden außerdem Subcluster definiert, die bestimmte Teilbereiche abdecken. Die erste Fassung des ELB wurde 1998 verabschiedet, 2005 wurde das ELB aktualisiert. Gegenwärtig wird ein ELB für die Europäische Metropolregion Nürnberg erarbeitet.
In der letzten Version führt das ELB folgende Kompetenzfelder auf:
- Verkehr und Logistik
- Information und Kommunikation
- Medizin und Gesundheit
- Energie und Umwelt
- Neue Materialien
- Automation und Produktionstechnik
Zusätzlich zu diesen sechs Kompetenzfeldern wurde als Kernkompetenz der Region der Bereich „Innovative Dienstleistungen“ identifiziert. Damit wird auch der Wachstumsbereich der Dienstleistungsunternehmen explizit genannt. An diese fundierte Entwicklungsarbeit der Region knüpft auch CORIS an, wie sich an den im Informationssystem abgebildeten Clustern erkennen lässt.
Im Moment sieht sich die Region der Herausforderung gegenüber, zum einen die Kompetenzfelder für das Gebiet der Metropolregion Nürnberg anzupassen. Und zum anderen, die Chancen zu nutzen, die sich durch die Einbindung in die bayerische Clusterpolitik im Rahmen der „Allianz Bayern Innovativ“ ergeben, ohne die bereits vorhandenen regionalen Strukturen zu vernachlässigen.
|